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Thema

Fische;
seit jeher Symbol für Fruchtbarkeit aber auch für Tod. Metaphorisches Kontrastbild zum humanen
Bewusstsein.
Das Leben in einem anderen Element, völlig andersartige Strategien der Kommunikation
und der Lebenserhaltung üben letztendlich die faszinierende Wirkung auf uns aus.
Beispiele der Verankerung des Themas Fisch in der Gegenwartskunst.

Joseph Boys:
          Freitagsobjekt, 1a gebratene Fischgräte von 1970
Nam Jun Paik:  Konzept Collage „Liberation Sonate for Fisch“
Betrachter wird aufgefordert, den aufmontierten getrockneten Fisch
zurück ins Meer zu befördern. (1969)
In seiner Symbolhaftigkeit und seiner metaphorischen Eigenschaft, sehe ich den Fisch als Schlüssel in anderen
Kategorien zu denken.
Der Fisch trotz seiner Andersartigkeit ein vertrautes Wesen im dreidimensionalen Raum,
in dem unendliche Vielseitigkeit, Weite, Schwerelosigkeit und Phantasie keine Grenzen kennen.


Um den Fisch

Fische sind das Sinnbild geistiger Nahrung. Uraltes Geheimzeichen des Christentums, Symbol für Fruchtbarkeit
als auch für Tod.
Eine sagenumwobene Gestalt die oftmals auch als heilig verehrt wurde, dem entsprechend
die Mythen und Legenden um dieses faszinierende Lebewesen.


Der Petersfisch (auch Heringskönig oder Saint Pierre genannt)

In der christlichen Mythologie verankert, angeblich fing Petrus einen Fisch dem im Maul eine Münze steckte,
als er mit Jesus auf dem See Genezareth unterwegs war.
Der Apostel setzte den Fisch zurück in den See
aufgrund klagender Laute die das Tier  von sich gab. Seit dem hat der Petersfisch  einen schwarzen Fleck auf
beiden Flanken nämlich dort wo ihn Petrus mit seinen Fingern berührt hat. Ort der Handlung müsste eigentlich
das Mittelmeer oder der nördliche Atlantik sein, denn der Petersfisch ist ein Salzwasserfisch und dort beheimatet.

Die Legende des Oannes

In Babylon glaubte man 300 v. Chr. An den Mythos des Oannes. Ein Jahr nach der Schöpfung taucht dort laut
Berossos ein vernunftbegabtes Wesen aus dem Meer auf. Ein Wesen mit Fischkopf auf einem humanoidem Körper.
Jeden Morgen stieg Oannes aus dem Meer, um die im Chaos lebenden Menschen zu unterrichten.
Er lehrte sie Schreiben, zeigte ihnen landwirtschaftliche Praktiken um zu überleben und wies sie in die Künste
besonders im Städte und Tempelbau ein. Bei Sonnenuntergang tauchte Oannes zurück ins Meer und verbrachte
dort die Nacht.


Mumifizierte Fische

In Esna früher Latopolis wurden Tausende, sehr sorgfältig mumifizierte Fische gefunden. Es handelt sich überwiegend
um Nilbarsche (Lates niloticus). Die selbe Gattung wurde neuzeitlich, was sich als biologischer Gau herausstellte,
im Viktoriasee ausgesetzt und vermehrt sich dort prächtig auf Kosten der heimischen Arten (auch als Viktoriabarsch
bekannt). Nilhechte dagegen (Oxyrhynchus) verehrte man in der benachbarten Stadt Oxyrhynchus.

Von Plutarch wird berichtet, dass gegen die benachbarten Kynopoliten Krieg geführt wurde, da diese Fische
verspeisten im Gegenzug verzehrten die Bewohner von Oxyrhynchus Hunde, die in Kynopolis als heilig verehrt wurden.


„vivariae naves“

Spezielle Fahrzeuge mit denen Fische aus den Provinzen Roms, über die Alpen transportiert wurden.
Lachse beispielsweise wurden in mit Blei ausgeschlagenen Behältnissen lebend über die Alpen gebracht.
Schon damals wurde das Verhalten der Römer, die  Fisch sobald er tot war schon als verdorben ansahen,
von Seneca als dekadent beurteilt.

Karl Valentin

„Das Fischen von lebenden Fischen mit der Angel wird von vielen Seiten als grausam empfunden,
hauptsächlich vom Fisch selbst.“

Luxuriöse Fischzucht im alten Rom

Lukullus (117-56 v. Chr.) galt unmittelbar nach seinem Tod als Inbegriff von Luxus und Verschwendungssucht
der Aristokratie.
Abseits des Meeres lies er für seine Fischzucht eines Kanal durch einen Bergrücken treiben,
um sich mit frischem Seewasser zu versorgen.
Die Gelder die hierfür aufgebracht wurden sollen den Bau seines
dazugehörigen Landhauses in Neapel um ein vielfaches überschritten haben.


Mattanza

Die Jagd auf Thunfische wird in Italien tonnara, in Spanien als almandrabai und in Frankreich als madrague
bezeichnet. Ein Unterwasserlabyrinth aus feststehenden Netzen leiten die Tiere in die camera della morte in
die Todeskammer. Dort angekommen gibt der rais das Kommando zur mattanza. Mit dem Kommando
ammazza beginnt das Abschlachten der Thunfische.
Das Treiben in die Todeskammer besorgt heutzutage ein
Taucher der Schweinehund genannt wird.
Der Thunfisch passiert die Küsten des Mittelmeers um dort abzulaichen.
Anfang des 19. Jahrhunderts eskaliert die Thunfischjagt und dezimiert den Bestand dermaßen, das die meisten
Tonnare aufgegeben wurden. In vielen Orten Siziliens kann man die Ruinen der Tonnare und deren Herrenhäuser 
immer noch besichtigen.






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